Hepatitis D + E

Fakten zur Hepatitis D


Bei der Hepatitis D handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Leber, die zu einer Schädigung der Leberzellen und zu Störungen der Organfunktion führt. Sie wird durch das Hepatitis-D-Virus hervorgerufen (HDV), das nur gemeinsam mit dem Hepatitis-B-Virus existieren kann.

Mit dem Hepatitis D-Virus sind weltweit rund zehn Millionen Menschen infiziert. Sie ist weit verbreitet in Teilen Afrikas, Südamerikas, Asiens und Ost- und Südosteuropas. In Deutschland rechnet man mit ca. 30.000 - 50.000 Betroffenen.

Labornachweis: Anti HDV, HDV RNA

Die chronische Hepatitis D ist die schwerwiegendste aller Virushepatitis-Erkrankungen. Immerhin können etwa 25% der Erkrankten - so das Kompetenznetz Hepatitis - erfolgreich behandelt werden.


Übertragung

Die Übertragung des Krankheitserregers erfolgt wie bei der Hepatitis B und der Hepatitis C durch Blut oder Körperflüssigkeiten wie Sperma, Tränenflüssigkeit, Muttermilch und Speichel, die in Kontakt mit Schleimhäuten oder kleinen Verletzungen der Haut kommen.
Die Übertragung durch Geschlechtsverkehr und von der Mutter auf das Kind während der Geburt ist selten. Häufig infizieren sich Drogenkonsumenten, die ihr Suchtmittel spritzen und Nadeln gemeinsam mit anderen verwenden.

Das Hepatitis-D-Virus wird entweder gemeinsam mit einer Hepatitis B übertragen, oder die Infektion erfolgt auf eine bereits bestehende chronische Hepatitis B. Hepatitis D tritt daher immer nur gemeinsam mit Hepatitis B auf.

Verlauf

Die Infektion mit Hepatitis D führt bei der gleichzeitig bestehenden Hepatitis B nicht selten zu schweren Krankheitsverläufen. Die Zeit von der Ansteckung mit dem Virus bis zum Erscheinen der ersten Symptome (=Inkubationszeit) beträgt ca. 1 - 6 Monate.

Erstsymptome:

Im Anschluss daran folgen meist die typischen
Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Symptome einer Gelbsucht:
Kopfschmerzen Dunkelfärbung des Urins
Appetitlosigkeit Hellfärbung des Stuhls
Gewichtsverlust Gelbfärbung der Haut bzw. der Augen (Ikterus)
Muskel- und Gelenkbeschwerden
Druckgefühl im rechten Oberbauch
Fieber

Bei einer gleichzeitigen Infektion von Hepatitis D und B (einer so genannten Ko- oder Simultaninfektion) gleicht der weitere Erkrankungsverlauf im Allgemeinen dem einer Hepatitis B. Erfolgt die Infektion mit Hepatitis D, nachdem bereits eine Hepatitis-B-Erkrankung vorlag (=Superinfektion), entwickeln sich meist schwere Krankheitsverläufe mit Leberversagen und Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Herzmuskulatur oder der Lunge, die einen tödlichen Ausgang nehmen können.


Mögliche Folgen und Komplikationen

Das Risiko für die Ausbildung einer Leberzirrhose, die mit gravierenden chronischen Leberfunktionsstörungen einhergehen kann und die Entwicklung von bösartigem Leberkrebs begünstigt, steigt bei einer Kombination von Hepatitis B und D deutlich an.

Behandlung

Es existiert derzeit kein wirksames Medikament, mit dessen Hilfe Hepatitis-D-Erkrankungen erfolgreich behandelt werden könnten. Die Hepatitis D wird deshalb rein symptomatisch behandelt, d.h. die auftretenden Allgemeinsymptome gelindert (z.B. mit Schmerzmitteln und Bettruhe).

Diagnose

Die Diagnose Hepatitis D wird mittels einer Blutprobe vor allem durch den Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Virus im Blut gestellt.

Vorbeugung

Eine spezifische Impfung steht nicht zur Verfügung, allerdings schützt die Hepatitis-B-Impfung auch vor einer Hepatitis D, da das Hepatitis-D-Virus ohne Hepatitis-B-Virus nicht vermehrungsfähig ist.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung:


Teilen Sie keine Rasierutensilien oder Zahnbürsten mit infizierten Personen.
Benutzen Sie Kondome beim Geschlechtsverkehr mit Infizierten oder Partnern, deren Infektionsstatus Sie nicht kennen.
Spritzen dürfen nicht von mehreren Menschen verwendet werden.

Was Sie selber tun können, wenn Sie eine Hepatitis D haben:

Sorgen Sie für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Trinken Sie keinen Alkohol, da dadurch Ihre Leber zusätzlich geschädigt wird.
Sorgen Sie dafür, dass Ihre Familie und Sexualpartner vor einer Ansteckung geschützt sind
(Immunglobuline, Aktive Schutzimpfung, Kondome)
Falls Sie eine chronische Hepatitis haben, lassen Sie sich zweimal jährlich von einem Arzt untersuchen.



Fakten zur Hepatitis E

Hepatitis E ist die häufigste akute Hepatitis in einigen Ländern Asiens und Afrikas, zum Beispiel in Indien und im Sudan. Die Übertragung erfolgt über kontaminierte Nahrungsmittel und verseuchtes Wasser. Während der Regenzeiten kann sich Hepatitis E in den betroffenen Ländern deshalb zu einer Epidemie entwickeln. In Deutschland kommt Hepatitis E nur vereinzelt vor, meist als Folge einer importierten Erkrankung.


Virustyp: RNA
Inkubationszeit 2-8 Wochen
Besonderheiten: Nur in Verbindung mit Hepatitis A
Übertragung: fäkal/oral
Impfung: Bisher nein
Labornachweis: Anti HEV, HEV RNA
Chronische Erkrankung: relativ selten, bei ca. 10 % der Erkrankten Personen.
Behandlung: Körperliche Ruhe, Behandlung der Symptome wie Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen

Hepatitis E wird in der Regel nicht chronisch. Ausnahmefälle können Patienten mit Immunsuppression nach einer Organtransplantation bilden. Eine Impfung befindet sich in der klinischen Testphase.

Übertragung

Das Hepatitis-E-Virus wird über den Stuhl infizierter Personen verbreitet. Die Übertragung erfolgt vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser aber auch durch Schmierinfektionen. Durch Berühren von verschmutzten Gegenständen wie Toilettenspülungen, Türgriffen, Wasserhähnen, Handtüchern, Besteck, Gläsern sowie durch Handgriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln kann der Virus übertragen werden. Eiswürfel, Speiseeis, ungeschältes Obst und Gemüse stellen ebenfalls eine Infektionsquelle dar.

Verlauf

Es vergehen ungefähr sechs Wochen (mindestens zwei, höchstens neun) zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Krankheitszeichen (Inkubationszeit). Die Symptome der akuten Hepatitis E sind sehr ähnlich den Symptomen der Hepatitis A:

Appetitlosigkeit
Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel
Übelkeit
Muskel- und Gelenkschmerzen
leichtes Fieber

In der zweiten Krankheitsphase färben sich Haut, Schleimhäute und Augen gelb (Gelbsucht/Ikterus), der Stuhl entfärbt sich und der Urin wird dunkel.

Danach tritt in den meisten Fällen eine Besserung ein.
Die Krankheit dauert meist zwei bis drei Wochen.
Besonders schwer verläuft die Hepatitis E bei schwangeren Frauen am Ende der Schwangerschaft (3.Trimenon). Bei dieser Gruppe kommt es sogar zum Auftreten von Todesfällen (bis zu 20 Prozent).

Mögliche Folgen und Komplikationen

Die meisten Patienten sind nach wenigen Wochen wieder vollkommen gesund.
Es kommt niemals zur Ausbildung einer chronischen Hepatitis mit dauerhafter Leberschädigung.
Selten kommt es zu einem Leberversagen, was im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Behandlung

Es gibt keine spezifische medikamentöse Behandlung gegen die Krankheit. Die Behandlung besteht in unterstützenden Maßnahmen wie Absenken des Fiebers und eine Medikamentengabe gegen die Übelkeit.

Diagnose

Die Diagnose der Hepatitis E wird durch eine Blutuntersuchung gestellt. Es werden Antikörper, die während der Infektion gegen das Hepatitis-E-Virus gebildet wurden, festgestellt. Leberwerte geben Aufschluss darüber, wie aktiv die Krankheit ist.

Vorbeugung

Gegen die Hepatitis E gibt es keine aktive Schutzimpfung und keine passive Prophylaxe mit einem entsprechenden Immunglobulin, Hygiene reduziert jedoch das Risiko einer Ansteckung.
Kochen oder schälen Sie Früchte und Gemüse während eines Urlaubs in Ländern, in denen die hygienischen Bedingungen unzureichend sind.
Kochen Sie das Wasser vor der Einnahme ab oder verwenden Sie Mineralwasser.

Falls ein Haushaltsmitglied an Hepatitis E erkrankt ist, sind folgende Ratschläge zu beachten:

Waschen Sie nach jedem Toilettenbesuch Ihre Hände.
Achten Sie auf Sauberkeit bei der Speisenzubereitung und bei Getränken.
Jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Handtuch benützen

Verwenden Sie Wegwerfhandschuhe, falls der Erkrankte Hilfe bei der Körperhygiene benötigt.
Mit Stuhl oder Urin verunreinigte Wäsche sollte umgehend bei 95 Grad C gewaschen werden.
Falls dies nicht möglich ist, bewahren Sie sie bis zum Zeitpunkt des Waschens in einer verschlossenen Plastiktüte auf.

Was Sie selber tun können, falls Sie Hepatitis E haben:

Gönnen Sie sich Ruhe, solange die Blutproben auf eine aktive Leberentzündung hinweisen.
Trinken Sie keinen Alkohol!
Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Vermeiden Sie Medikamente, die die Leber belasten - fragen Sie hierzu Ihren Arzt!



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