Lebererkrankungen

Allgemeines + Laborwerte + Leber von A - Z

Die häufigsten Ursachen für Lebererkrankungen sind Infektionen mit Hepatitisviren, übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht. Weniger häufig sind angeborene (genetische) und gegen körpereigene Gewebe gerichtet (autoimmune) Lebererkrankungen. Die Hämochromatose beispielsweise ist eine genetisch bedingte Eisenstoffwechselstörung, die zu einer Leberzirrhose führen kann. Auch Erkrankungen anderer Organe können die Leber als zentrales Organ systemisch mitschädigen, ebenso die Einnahme bestimmter Medikamente.

Vielen Lebererkrankungen ist gemeinsam, dass sie in eine Leberzirrhose (Lebervernarbung) münden und in der weiteren Folge zum Leberzellkrebs (HCC) führen können.

Frühe Symtome einer Lebererkrankung sind häufig uneindeutig, wie beispielsweise Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Schmerzen im rechten Oberbauch. In fortgeschrittenen Stadien können folgende Symptome auftreten:

> Juckreiz
> Gelbfärbung von Haut und Augen
> Heller Stuhl und dunkler Urin
> Zunahme des Bauchumfangs
> Neigung zu Blutergüssen

Was ist Hepatitis?

Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber (Hepar = griech. Leber), in bestimmten Fällen auch „Gelbsucht“ oder „Gilb“ genannt. Eine Gelbfärbung der Haut und des „Weißen“ im Auge ist ein häufiges Symptom der Hepatitis.

Leberentzündungen werden am häufigsten durch Viren verursacht. Dazu gehören neben den verschiedenen Hepatitis-Viren (Hepatitis A, B, C, D oder E) auch andere Viren, die zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber, Windpocken, Gürtelrose oder Herpes (Bläschen an Lippen oder Genitalien) verursachen. Aber auch Medikamente und Alkohol, Stoffwechselstörungen, eine Schwangerschaft und die sogenannte Autoimmunhepatitis können zu einer Leberentzündung führen.



Neue Heilungschancen

Neue Hoffnung für chronisch Hepatitis-C-Erkrankte

Telaprevir
( wird als Incivo® in Tablettenform gegeben)

Besonders Patienten mit dem Genotyp 1 haben jetzt bessere Heilungschancen als mit der bisherigen Standardtherapie Peginterferon alfa und Ribavirin (PR). Das jüngst zugelassene Medikament der direkt antiviral wirkenden Substanzen (DAA - Direct Acting Antivirals) Telaprevir (Incivo® stellt mit ihrer spezifischen Wirkweise einen neuen Meilenstein in der Hepatitis-C-Therapie dar.

Der Proteasehemmer Telaprevir wird als Dreifach-Therapie ( sogenannte Triple-Therapie ) in Kombination mit Peginterferon + Ribavirin (PR) sowohl bei nicht vorbehandelten als auch bei bereits erfolglos vorbehandelten erwachsenen Patienten mit kompensierter Lebererkrankung (einschließlich Zirrhose) gegeben.

Die Behandlung mit Telaprevir erfolgt grundsätzlich über die ersten zwölf Wochen in Kombination mit PR. Ab Woche 13 wird die Therapie ohne die Gabe von Telaprevir fortgesetzt. Erreichen nicht vorbehandelte Patienten und frühere Relapser in Woche 4 und 12 der Triple-Therapie eine eRVR (HCV-RNA nicht nachweisbar), erfolgt die Fortbehandlung mit PR für 12 Wochen (Behandlungszeit auf insgesamt 24 Wochen verkürzt). Ohne eRVR oder bei partiellen Respondern, Null-Respondern und Patienten mit Zirrhose erfolgt die Weiterhandlung immer für 36 Wochen (Behandlungszeit insgesamt 48 Wochen).

Als Nebenwirkungen oder unerwünschten Ereignissen zeigten sich in klinischen Studien der Telaprevir-basierter-Triple-Therapie Hautausschlag, Anämie,Juckreiz, Übelkeit,Erbrechen,grippeähnliche Symptome, Fieber, anorektale Beschwerden und Durchfall.

Laut der Incivo®-Fachinformation waren die unerwünschten Ereignisse leicht bis mittelschwer ausgeprägt.

Wir werden hier weiter gesondert informieren!

Boceprevir - (Victrelis®) - wird als Kapsel gegeben

Mit Boceprevir steht eine weitere direkt antiviral wirkende Substanz für eine Triple-Therapie - also eine Kombination mit Peginterferon und Ribavirin - für Hepatitis-C-Erkrankte des HCV-Genotyps 1 zur Verfügung. Vor dem Hintergrund, dass der HCV-Genotyp 1 Patient mit SVR-Raten unter 50% am schlechtesten auf die herkömmliche Therapie mit Peginterferon alfa und Ribavirin anspricht, zeigten sich in den klinischen Studien mit der durchgeführten Triple-Therapie wesentlich höhere virologische Heilungschancen.

Bei allen Patienten wird vor der Gabe von Boceprevir eine sogenannte vierwöchige "Lead-in-Phase" mit der bisherigen herkömmlichen Therapie mit pegIFN/RBV vorgeschaltet, in der die Viruslast bereits gesenkt wird. Im Anschluss erhalten vorbehandelte Patienten sowie therapienaive Patienten, deren HCV-RNA zu Woche 8 nachweisbar ist, eine 32-wöchige Triple-Therapie mit anschließender 12-wöchiger Standardtherapie. Bei Therapienaiven Patienten, die früh (zu Woche 8 und 24) virusnegativ sind, kann die Behandlung nach 28 Wochen beendet werden.

Mit Ausnahme eines gehäuften Auftretens von Anämien und vermehrten Geschmacksstörungen entspreachen die Nebenwirkungen der Triple-Therapie mit Boceprevir dem bekannten Nebenwirkungsprofil unter der Standardtherapie.

Einnahme der Medikamente

Vor der Einnahme von Boceprevir - dreimal täglich eine Kapsel alle sieben bis neun Stunden über den Tag verteilt - sollte unbedingt etwas gegessen werden, um eine bessere Wirkstoffaufnahme im Körper zu gewährleisten. Hier reicht eine Kleinigkeit wie z.B. Kekse oder Apfel zu essen aus, Patienten sind in der Auswahl der Nahrungsmittel frei.

Beim Telaprevir - dreimal täglich eine Tablette im strengen Acht-Stunden-Takt - ist es anders, hier sollte man vorher mindestens 20g Fett in der Nahrung aufnehmen, damit die Substanz auch im Körper richtig freigesetzt werden kann. Diese Fettaufnahme ist hier zwingend vorgeschrieben.

20g Fett enthalten:
- eine halbe Tasse Nüsse
- 100 g Fleischsalat
- eine Kugel Mozarella
- 100 g Matjes oder Thunfisch in Öl
- 100 g Wurst-Käse-Fertigsalat
- 100 g Marzipan
- eine große Portion Pommes Frites

Beide Dreifach-Therapien dauern in etwa ein halbes (24 - 28 Wochen) oder ein ganzes Jahr (48 Wochen). Die genaue Behandlungsdauer wird an die jeweiligen Patienten angepasst, je nachdem
- wie schnell die Virusmenge unter den drei Medikamenten abfällt;
- welche Vorgeschichte die Patienten haben;
- ob Patienten eine Zirrhose haben oder nicht.

Eines haben beide Medikamente gemeinsam:
wenn Boceprevir oder Telaprevir nicht ausreichend ansprechen, muss die gesamte Therapie rechtzeitig abgebrochen werden. Da in diesem Fall keine Chance auf Heilung - egal wie lange man weiter macht - besteht und um das Heranzüchten von resistenten Viren zu vermeiden.

Fazit

Mittlerweile hat die neue Zulassung von Boceprevir und Telaprevir neue Heilungschancen beim schwer ansprechbaren Genotyp 1 Patienten ermöglicht, allerdings bleibt die bisherige Therapie von pegInterferon alfa und Ribaverin als Standardtherapie erhalten.

Eines sollte jedem Patienten mit der Triple-Therapie klar sein: die strengen Einnahmeschemen verlangen eiserne Disziplin und Durchhaltevermögen.

Aber auf den letzten Kongressen wurde über weitere Medikamentenentwicklungen in den kommenden Jahren ab 2015 referiert, die zu neuen Hoffnungen Anlass geben können.

Dieser Artikel fußt auf die jeweiligen Fachinformationen der Medikamentenhersteller.





Virushepatitis (Vorwort)

Was ist Hepatitis?

Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber (Hepar = griech. Leber), in bestimmten Fällen auch „Gelbsucht“ oder „Gilb“ genannt. Eine Gelbfärbung der Haut und des „Weißen“ im Auge ist ein häufiges Symptom der Hepatitis.

Leberentzündungen werden am häufigsten durch Viren verursacht. Dazu gehören neben den verschiedenen Hepatitis-Viren (Hepatitis A, B, C, D oder E) auch andere Viren, die zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber, Windpocken, Gürtelrose oder Herpes (Bläschen an Lippen oder Genitalien) verursachen. Aber auch Medikamente und Alkohol, Stoffwechselstörungen, eine Schwangerschaft und die sogenannte Autoimmunhepatitis können zu einer Leberentzündung führen.

Gegen Hepatitis A und B gibt es sehr wirksame Schutzimpfungen. Die Impfung gegen Hepatitis B verhindert gleichzeitig eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus, da dieses Virus vom Hepatitis B-Virus abhängig ist und nur mit diesem zusammen die Leber infizieren kann. Hepatitis B und C können inzwischen recht gut behandelt werden.



Leberzellkrebs (Vorwort)


Es wird beim primären Leberkrebs unterschieden zwischen bösartigen Tumoren in der Leber selbst (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) und bösartigen Krebsgeschwüren in den Gallengängen (Cholangiozelluläres Karzinom, CCC). Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) kommt häufiger vor und wird daher meist synonym für Leberkrebs verwendet.
Daneben gibt es noch sekundäre Leberkrebs-Erkrankungen: Davon spricht man, wenn in der Leber Metastasen von Tumoren auftreten, deren Herd in anderen Körperorganen zu finden ist.

Die Rate der Leberkrebs-Erkrankungen steigt weltweit drastisch an. In Deutschland haben sich die Todesfälle aufgrund von Leberkrebs seit den 70er Jahren mehr als verdoppelt.

Der Tumor ist besonders tückisch, weil man ihn häufig zu spät diagnostiziert. Meist erst im fortgeschrittenen Stadium verursacht Leberkrebs Beschwerden wie Gelbsucht, Übelkeit, Gewichtsabnahme und Schmerzen im Oberbauch. Eine Früherkennung ist daher besonders wichtig. Je schneller der Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Über die Ursachen der Entstehung von Leberkrebs geben beispielhaft die Daten von knapp 400 Patienten Aufschluss, die zwischen 1998 und 2003 an der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt wurden: In mehr als der Hälfte der Fälle entwickelte sich der Tumor aufgrund einer Infektion mit den Hepatitis-Viren B oder C. In rund 40 Prozent der Fälle waren Alkohol oder Übergewicht die Ursache für den Leberkrebs. In weniger als zehn Prozent der Fälle lagen andere Ursachen vor.
Wie gesagt: die besten Heilungschancen bestehen, wenn der Krebs früh erkannt wird, so dass er noch auf die Leber begrenzt ist und durch eine Operation, lokale Verödung oder Medikamente behandelt werden kann. Um Leberzellkrebs zu vermeiden oder rechtzeitig zu behandeln, ist es wichtig, Lebererkrankungen frühzeitig zu erkennen!.



Was bedeuten Laborwerte?

Das kleine Blutbild

Als kleines Blutbild wird die Untersuchung der Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten), des Blutfarbstoffs Hämoglobin sowie des Hämatokrits (prozentualer Anteil der Zellen am Gesamtblut) bezeichnet. Hierfür werden nur wenige Tropfen Vollblu benötigt. Von der gemessenen Menge wird auf die Gesamtmenge im Körper geschlossen. Man unterscheidet das kleine Blutbild vom Differentialblutbild, bei dem der prozentuale Anteil der Leukozytenunterarten gezählt wird. Abweichende Werte sollten aber einige Zeit später nachkontrolliert werden. Heute ist die Blutanalyse weitgehend automatisiert. Die Zellzahl wird pro Mikroliter Blut angegeben.

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)

Rote Blutkörperchen oder Erythrozyten (Kurzform: Erys) enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der Sauerstoff und Kohlendioxid an sich binden und transportieren kann. Die roten Blutkörperchen sind scheibenförmig, werden im Knochenmark aus sogenannten Stammzellen gebildet und durchlaufen
verschiedene Entwicklungsstufen, bis sie zu einem Erythrozyten reifen. Zur letzten Vorstufe gehören die Retikulozyten, die zu einem geringen Anteil (bis zu 15 pro 1000 Erythrozyten) im Blut nachweisbar sind. Wichtige Bausteine zur Erythrozytenbildung sind Eisen, Vitamin B12 und Folsäure. Ist einer dieser Stoffe im Körper nicht ausreichend vorhanden, werden als Folge dessen oft nicht voll funktionsfähige Zellen gebildet.

Normbereich:
4,5 –5,9 Mio./Mikroliter (Männer), 4,0 – 5,2 Mio./Mikroliter (Frauen)

Erniedrigte Werte:

Verminderte Werte der roten Blutkörperchen bezeichnet man auch als Anämie oder Blutarmut. Ursachen dafür sind eine verminderte Produktion oder ein vermehrter Verlust von Erythrozyten durch Blutungen. Eine der häufigsten Formen der Anämie entsteht infolge eines Mangels an Eisen. Seltener ist ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure zu sehen. Eisen wird zur Bildung des Blutfarbstoffs Hämoglobin benötigt. Ursachen für einen Eisenmangel sind falsche Ernährung, Störungen der Eisenaufnahme (Resorption) im Darm, ein gesteigerter Bedarf und ein Eisenverlust durch akute oder chronische
Blutungen. 80 Prozent aller Eisenmangelanämien treten bei Frauen auf, da sie bei der Menstruation Blut verlieren und dadurch mehr Eisen verbrauchen. Bei Kindern, Schwangeren und während der Stillzeit ist der Eisenbedarf zusätzlich erhöht.

Erhöhte Werte:

Eine Vermehrung der Erythrozyten bezeichnet man als Polyglobulie. Bei einem verminderten Angebot an Sauerstoff, beispielsweise im Hochgebirge, kommt es natürlicherweise zu einer Vermehrung der Erythrozyten, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Eine Polyglobulie kann aber auch bei chronischen Lungenleiden und Herzerkrankungen auftreten. Nach großem Flüssigkeitsverlust (durch starkes Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall) kann der relative Anteil der Zellen im Vergleich zur
Blutflüssigkeit erhöht sein. Man spricht dann von einer Pseudopolyglobulie. Allerdings kann dieser Zustand durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr wieder ausgeglichen werden.

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)

Weiße Blutkörperchen oder Leukozyten (Kurzform: Leukos) spielen eine bedeutende Rolle bei der Abwehr gegen Krankheitserreger und sind nicht nur im Blut, sondern auch im Gewebe zahlreicher Organe anzutreffen. Sie werden im Knochenmark und in den Lymphknoten gebildet und in der Milz und im Thymus auf ihre Aufgaben vorbereitet. Es werden verschiedene Arten von Leukozyten mit unterschiedlichen Funktionen unterschieden. Abweichungen der Leukozytenzahlen hängen oft mit Entzündungen im Körper zusammen. Zur weiteren Abklärung dient dann vor allem eine Bestimmung der Unterarten im Differentialblutbild.

Normbereich: 4000-9000 Mio./Mikroliter

Erniedrigte Werte:
Eine verminderte Anzahl (Leukopenie) weist vor allem auf eine Infektion durch Viren aber auch auf Malaria und Typhus. Hirebei kann jedoch auch eine Schädigung des Knochenmarkes infolge von Röntgenbestrahlungen oder durch bestimmte Medikamente (z.B. zur Behandlung von Krebs oder Schilddrüsenüberfunktion) vorliegen.

ErhöhteWerte:

Eine Vermehrung der Leukozyten (Leukozytose) kann viele Ursachen haben. Am häufigsten liegt meistens eine akute Infektion durch Bakterien, Pilze, Parasiten oder andere Erreger vor. Weitere mögliche Ursachen sind
akute Vergiftungen, Blutungen, Allergien, Schockzustände und Leukämien.

Blutplättchen (Thrombozyten)

Blutplättchen oder Thrombozyten (Kurzform: Thrombos) spielen – zusammen mit anderen Bestandteilen wie den Gerinnungsfaktoren – eine bedeutende Rolle bei der Blutgerinnung. Thrombozyten sind wesentlich kleiner als die übrigen Blutzellen und werden ebenfalls im Knochenmark gebildet. Abweichungen von der Norm gehen oft mit Störungen der Blutgerinnung einher.

Normbereich: 140.000-440.000 Mio./Mikroliter

Erniedrigte Werte:

Ursache für verminderte Thrombozytenzahlen sind Produktionsstörungen infolge Vitamin-B12-Mangels wie auch durch Bestrahlungsschäden oder Medikamente. Auch ein vorzeitiger Abbau bzw. Verbrauch nach Infektionen,
allergischen Erkrankungen, Milzvergrößerung oder eine unkontrollierbare Blutgerinnung kann die Thrombozytenzahl senken.

Erhöhte Werte:

Zu einer Vermehrung der Thrombozytenanzahl kommt es nach schweren Infektionen oder Tumorerkrankungen, nach Operationen und Verletzungen mit großen Blutverlust sowie nach Entfernung der Milz. Eher selten verursachen Erkrankungen der blutbildenden Zellen des Knochenmarks erhöhte Thrombozytenwerte. Wenn allerdings eine Leukämie vorliegt, kann es zu einer starken Vermehrung meist funktionsunfähiger Blutzellen kommen.

Roter Blutfarbstoff (Hämoglobin)

Der Eiweißstoff Hämoglobin (Kurzform: Hb) ist ein Hauptbestandteil der Erythrozyten und enthält den größten Teil des Eisens im Körper. Hämoglobin bindet Sauerstoff und Kohlendioxid und sorgt damit für den Transport und Austausch dieser Gase zwischen Lunge und Gewebe. Bei der Bestimmung des HB kann weiter zwischen dem gesamten und dem an Erythrozyten gebunden Hb (habe oder MCH) unterschieden werden. Diese Werte sind vor allem wichtig, um die Ursache für eine Anämie abzuklären.

Normbereich:
Hb: 14 – 18 g/dl (Männer), 12 – 16 g/dl (Frauen)

Erniedrigte Hb-Werte finden sich vor allem beim Vorliegen einer Eisenmangelanämie.

Hämatokrit

Der Hämatokrit ist definiert als der prozentuale Anteil aller Bestandteile von Zellen am Gesamtvolumen des Blutes. Die Normalwerte sind stark alters- und geschlechtsabhängig und überwiegend von der Anzahl der roten Blutkörperchen bestimmt. Je höher der Hämatokritwert um so schlechter sind die Fließeigenschaften des Blutes.
Normbereich:
42-52% (Männer), 37-47% (Frauen)


Differentialblutbild

Die weißen Blutkörperchen werden in Unterarten eingeteilt, von denen jede bestimmte Aufgaben erfüllt. Diese Untersuchung nennt man Differentialblutbild. Um die einzelnen Zellen erkennen zu können, wird ein
Blutausstrichpräparat angefertig, bei dem die Zellen mit einem Farbstoff angefärbt werden. Obwohl Leukozyten nicht nur im Blut, sondern auch im Gewebe vorkommen, weist ihre Zahl im Blut auf die Gesamtmengen im Körper hin.

Granulozyten
Die Granulozyten heißen – je nach Anfärbbarkeit mit chemischen Substanzen – neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Die neutrophilen Granulozyten unterteilt man in stab- und segmentkernige Formen.
Zu den Hauptaufgaben der Granulozyten gehört die Abwehr gegen Bakterien, Viren und Pilze. Bei allergischen Reaktionen spielen sie eine wichtige Rolle . Neutrophile und eosinophile Granulozyten sind Freßzellen, die fremde Eindringlinge wie Bakterien oder körpereigene Abfallprodukte in sich aufnehmen und auflösen können.

Normbereich:
Neutrophile Granulozyten (segmentkernig): 30-80%
Neutrophile Granulozyten (stabkernig): 0-5%
Eosinophile Granulozyten: 0-6%
Basophile Granulozyten: 0-2%

Erniedrigte Werte:
Zu einer Verminderung der Granulozyten kommt es vor allem zu Beginn einer Infektionskrankheit (erhöhter Verbrauch), bei einer Schädigung des Knochenmarks (verminderte Produktion), bei körperlicher Belastung
und durch bestimmte Medikamente.

Erhöhte Werte:
Die Granulozytenzahl ist erhöht bei (akuten) Infektionskrankheiten durch verschiedene Erreger. Weitere Ursachen sind akute Vergiftungen, Allergien, Leukämien usw.

Monozyten

Die Monozyten sind typische Freßzellen. Sie können Bakterien und andere Erreger verdauen und Botenstoffe ausssenden, die weitere Aktivitäten im Immunsystem auslösen.
Normbereich: 1-12%

Erhöhte Werte sieht man vor allem beim Pfeifferschen Drüsenfieber.

Lymphozyten

Die Lymphozyten werden in den Organen des lymphatischen Systems, vor allem in der Milz und in den Lymphknoten gebildet. Je nach ihrer Abstammung und ihrem Aufenthaltsort werden sie in zwei Hauptgruppen unterteilt: die T- und die B-Lymphozyten.

Beide erfüllen wichtige Aufgaben bei der Körperabwehr:
Die B-Lymphozyten (B-Zellen), die sich überwiegend in der Milz und in den Lymphknoten befinden, sind für die Bildung von Antikörpern (Immunglobulinen) verantwortlich.
Die T-Lymphozyten (T-Zellen) organisieren die Abwehr: über Botenstoffe (so genannte Zytokine) übermitteln sie Nachrichten an Freßzellen, B-Lymphozyten und weitere an der Immunabwehr beteiligte Zellen und regen diese zu ihrer Tätigkeit an.
Normbereich: 15-50%

Erniedrigte Werte:
Ursache für eine Verminderung sind Schädigungen des lymphatischen Systems durch Strahlen, Vergiftungen und andere Erkrankungen.
Erhöhter Werte:
Zu einer Lymphozytenvermehrung kommt es insbesondere in der Heilphase einer Infektionskrankheit und bei lymphatischer Leukämie.

Enzyme

Enzyme sind Proteine, die wie ein Katalysator den Ablauf chemischer Reaktionen steuern und beschleunigen, ohne sich selbst dabei zu verändern. Sie sind überall im Körper am Stoffwechsel beteiligt. Jede Zelle enthält große Mengen an Enzymen, um ihren zelleigenen Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.
Jede Art von Enzym hat eine ganz bestimmte biochemische Aufgabe. Insgesamt kennt man etwa 2500 verschiedene Enzyme.

Jede Art von Gewebe bzw. jedes Organ ist mit charakteristischen Enzymen
ausgestattet. Dieses typische Enzymmuster macht man sich bei der Diagnostik von Organstörungen zunutze. Wenn ein Organ geschädigt ist, werden aus den Zellen Enzyme freigesetzt und gelangen ins Blut.
Im Serum kann ihre Menge gemessen werden. Je stärker die Schädigung ist, desto höher steigt der Enzymspiegel im Serum an. Hierbei kann man sowohl auf den Grad als auch auf die Herkunft der Schädigung schließen. Für die verschiedenen Organe sind bestimmte Enzyme bzw. Enzymmengen typisch. Kein Enzymwert sollte allerdings allein, sondern immer in Zusammenhang mit den übrigen Werten beurteilt werden.

Die Untersuchung der Enzymspiegel ist vor allem bei folgenden Organen bzw. Störungen von Bedeutung:
> Leber: bei Entzündung, Leberzellschaden oder Abflussstörungen der Gallenflüssigkeit
> Herz: Herzmuskelschaden (Herzinfarkt)
> Bauchspeicheldrüse: Entzündungen, Sekretabflußstörungen
> Skeletmuskulatur und Knochen: Verletzungen, Tumorerkrankungen, Entzündungen
> Prostata: Tumorerkrankungen

Die Mengenangabe für Enzyme im Serum wird als U/L angegeben. Darin steht U=Unit als internationale Einheit für Enzymwerte. Das entspricht einer Enzymmenge, die eine bestimmte Menge Stoff in einer Minute umsetzen kann.

Glutamat-Oxalazetat-Transaminase GOT (ASAT)
An diesem Enzym zusammen mit der GPT kann man eine Leberschädigung erkennen. Ursache kann eine Leberentzündung (Hepatitis) oder eine Leberzirrhose sein. Man nennt diese Enzyme auch Transaminasen, da sie bei der Umsetzung von Aminosäuren beteiligt sind. Während die GPT fast nur in der Leber vorkommt, gibt es die GOT auch im Herzmuskel in größeren Mengen. Deshalb kann eine GOT-Erhöhung auf einen Herzinfarkt hinweisen.
Normbereich: bis 18 U/L

Glutamat-Pyruvat-Transaminase GPT (ALAT)
An diesem Enzym zusammen mit der GOT kann man eine Leberschädigung erkennen. Ursache kann eine Leberentzündung (Hepatitis) oder eine Leberzirrhose sein. Man nennt diese Enzyme auch Transaminasen, da sie bei der Umsetzung von Aminosäuren beteiligt sind. Während die GPT fast nur in der Leber vorkommt, gibt es die GOT auch im Herzmuskel in größeren Mengen. Deshalb kann eine GOT-Erhöhung auf einen Herzinfarkt hinweisen.
Normbereich: bis 20 U/L

Gamma-GT (GGT)
Auch dieses Leberenzym ist bei vielen Lebererkrankungen erhöht, bei denen gleichzeitig eine Stauung der Gallenflüssigkeit besteht.
Normbereich: bis 28 U/L (Männer), bis 18 U/L (Frauen)

Alkalische Phosphatase (AP)
Dieses Enzym wird in der Leber produziert und zur Unterstützung der Verdauungsarbeit in den Darm abgegeben. Deshalb ist die AP erhöht, wenn eine Lebererkrankung mit gleichzeitiger Stauung der Gallenflüssigkeit vorliegt. AP kommt auch im Knochen vor und kann auf Knochenerkrankungen hinweisen.
Normbereich: bis 170 U/L

Laktatdehydrogenase (LDH)

Dieses Enzym kommt in größeren Mengen sowohl in der Leber als auch im Herz- und Skelettmuskel sowie in roten Blutkörperchen vor. Eine Erhöhung kann sowohl auf Lebererkrankungen als auch auf einen Herzinfarkt oder vermehrten Abbau roter Blutkörperchen hinweisen.
Normbereich: bis 80-240 U/L

Bilirubin (Bili)
Der Gallenfarbstoff Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Zunächst entsteht eine wasserunlösliche Form (indirektes Bilirubin), die in der Leber in eine wasserlösliche Form (direktes Bilirubin) umgewandelt und anschließend über die Gallenflüssigkeit ausgeschieden wird. Im Serum werden sowohl das direkte als auch das Gesamtbilirubin gemessen. Bei Vermehrung des Bilirubins im Serum kommt es zur Gelbsucht (Ikterus). Der Farbstoff bewirkt dann eine Gelbfärbung der Haut, insbesondere auch der Lederhaut (Sklera) des Auges.
Normbereich:
Gesamtbilirubin: bis 1,2 mg/dl
Direktes Bilirubin: bis 0,25 mg/dl

Erhöhte Werte:
Zu einer Erhöhung der Bilirubinwerte kommt es bei Blutarmut durch vermehrten Zerfall der Blutkörperchen (Hämolyse), bei Schädigung der Leberzellen (Hepatitis, Leberzirrhose oder Tumorerkrankungen) oder Abflussstauungen (Stauungsikterus) in den Gallenwegen (z.B. durch Gallensteine oder Tumor).

Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)

Zu den Routineblutuntersuchungen im Labor gehört auch die Messung der Geschwindigkeit, mit der sich die Blutkörperchen (Blutzellen) in einem Röhrchen absetzen (die sogenannte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, kurz auch BKS oder BSG). Eine Blutprobe (aus der Vene) wird mit einer gerinnungshemmenden Substanz gemischt und dann in einem senkrecht stehenden Messröhrchen bis zur Höhe von 200 Millimeter aufgezogen. Nach einer bzw. zwei Stunden wird abgelesen, um wie viele Millimeter sich die Blutkörperchen im Röhrchen nach unten abgesetzt haben. Da Frauen im Verhältnis zur Gesamtblutmenge weniger Blutzelle haben als Männer, sinken die Blutkörperchen bei ihnen schneller ab.
Normbereich:
Nach 1 Stunde: 3-8 mm (Männer), 3-10 mm (Frauen)
Nach 2 Stunden: 6-20 mm (Männer), 6-20 mm (Frauen)

Erniedrigte Werte:
Eine verzögerte BSG findet sich selten und kann bei einigen Blutkrankheiten wie Polyglobulie auftreten. Aber auch Medikamente wie Antirheumatika, Kortison oder Aspirin beeinflussen die Senkung.

Erhöhte Werte:
Eine erhöhte Senkungsgeschwindigkeit weist darauf hin, daß im Körper ein akuter oder chronischer Entzündungsherd vorhanden ist. Viele harmlose, aber auch gefährliche Veränderungen können Ursache für eine erhöhte Blutsenkung sein: Infektionen durch Viren oder Bakterien, chronische Entzündungen wie
rheumatische Erkrankungen, Leberschäden, Blutarmut oder auch Tumo rerkrankungen. Beim Lebensalter ab etwa 60 Jahren
können erhöhte Werte – bis zu 30 Millimeter pro Stunde – vorkommen, ohne dass eine Erkrankung vorliegen muss.

Wird fortgesetzt



Leber von A bis Z

Leber von A bis Z

Albumin:
Eiweiß, das von der Leber produziert wird. Es hält das „Körperwasser“ in den Gefäßen, bei Albuminmangel tritt dieses aus den Gefäßen ins Gewebe.

Alkohol: populäre Bezeichnung für Ethanol (C2H5OH). Ethanol entsteht auf natürliche Weise bei der Vergärung zuckerhaltiger Früchte. Die Menschen wurden schon früh auf die berauschende Wirkung von Ethanol aufmerksam, sie brauten Bier und bauten Wein an. Die regelmäßige, hohe Zufuhr von Alkohol schädigt Nervensystem, Gehirn und die Leber. Es kann zu einer alkoholischen Fettleberhepatitis kommen.

Ammoniak: giftige Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Im Körper hat Ammoniak eine wichtige Funktion als Zwischenprodukt beim Auf- und Abbau von Aminosäuren. Zur Ausscheidung wird Ammoniak in der Leber in den ungiftigen Harnstoff umgewandelt.

ASH: Alcoholic Steatohepatitis, eine Leberentzündung durch eine alkoholbedingte Fettleber.

Aszites: Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle als Folge einer Leberzirrhose, wobei die Flüssigkeit aus Blutgefäßen austritt. Auch Bauchwassersucht genannt.

Autoimmunhepatitis: Leberentzündung aufgrund einer Reaktion des Immunsystems gegen Leberzellen („Rheuma der Leber“)

Bilirubin: Gelbes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Ein erhöhter Bilirubin-Wert im Blut spricht für verschiedene Lebererkrankungen.

Biopsie: Die Entnahme und Untersuchung von Gewebe aus einem lebenden Organismus. Das entnommene Gewebe, z.B. nach einer Leberbiopsie (auch Leberpunktion genannt), wird unter dem Mikroskop und auch chemisch analysiert.

Cholangitis: Entzündung der Gallengänge

Cholestase: Rückstau der Gallenflüssigkeit in der Leber.

Computertomografie: Röntgenverfahren, bei dem mit Hilfe eines Computers Schichtbilder des Körpers erzeugt werden.

Diabetes mellitus: Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führen. Beim Typ-1-Diabetes kann der Körper kein Insulin, das Hormon zur Steuerung des Zuckerhaushalts, produzieren. Beim Typ-2-Diabetes sind Faktoren wie Übergewicht oder hohe Blutfettwerte für die Störung verantwortlich, die zu einer Fettleber führen kann. Dies trifft nicht nur Ältere, sondern auch übergewichtige Jugendliche.

Elastografie: Untersuchung zur Steifigkeit der Leber.

Endoskop: Gerät zur direkten Betrachtung des Körperinnern.

Enzyme: Proteine, die im Körper viele biochemische Reaktionen steuern, etwa die Verdauung oder Entgiftung. Die Leber stellt Enzyme aus Eiweiß her.

ERCP: Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie. Die ERCP dient der diagnostischen Darstellung der Gallenwege, Gallenblase und des Pankreasgangs. Kann auch therapeutisch genutzt werden, um Gallensteine zu entfernen oder zu zertrümmern.

Fettleber: übermäßige Ansammlung von Fettzellen in der Leber. Die Ursachen können vielfältig sein. Hauptursachen sind falsche Ernährung und Alkoholmissbrauch. Ohne Therapie oder Änderung des Lebensstils droht eine Entzündung der Leber, die Hepatitis.

Fibrose: krankhafte Vermehrung des Bindegewebes in einem Organ, zum Beispiel der Leber. Bei der Leberfibrose verhärtet die Leber, in einem späteren Stadium kann die Fibrose in eine Leberzirrhose übergehen.

Galle: wird in den Zellen der Leber produziert und spaltet Nahrungsfette, damit diese im Darm leichter verdaut werden können.

Gelbsucht: s. Ikterus

GGT:
Gamma-Glutamyltransferase, ein Leberwert im Blut. Ist die GGT gemeinsam mit der GOT und der GPT erhöht, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Erkrankung der Leber vor.

Glykogen:
ein Vielfachzucker, der aus Glucoseeinheiten besteht. Die Leber wandelt überschüssigen Blutzucker zu Glykogen in Speicherform um.

GOT: Glutamat-Oxalacetat Transaminase (auch AST), ein Leberwert im Blut. Wenn der GOT-Wert über dem für die GPT liegt, muss man in der Regel von einem schweren Leberschaden ausgehen.

GPT: Glutamat-Pyruvat Transaminase (auch ALT), der wichtigste Leberwert im Blut. Wenn der GPT-Wert erhöht ist, weist dies auf eine Leberzellschädigung hin.

Gynäkomastie: Vergrößerung der männlichen Brustdrüse – ein Anzeichen einer Lebererkrankung.

Hämochromatose:
Steht für die Eisenspeicherkrankheit. Der Dünndarm nimmt verstärkt Eisen aus der Nahrung auf, das er nicht mehr ausscheiden kann. Das Eisen wird in verschiedenen Organen wie der Leber deponiert. Der Eisenüberschuss schädigt Herz und Gelenke, führt zur Diabetes und Leberzirrhose.

Hepatische Enzephalopathie:
Funktionsstörung des Gehirns, tritt im Endstadium einer Leberzirrhose auf.

Hepatitis: Entzündung der Leber, beispielsweise aufgrund einer Virusinfektion. Die Hepatitis kann akut mit starken Symptomen auftreten, aber auch chronisch als „stumme“ Entzündung, die vom Betroffenen nicht bemerkt wird. Wenn die Entzündung nicht abheilt, wird das untergegangene Lebergewebe durch Narbengewebe ersetzt

Hepatozyten: Leberzellen

Ikterus: auch Gelbsucht genannt. Zum Ikterus führt ein gestörter Bilirubinstoffwechsel, die Haut und Augen färben sich gelb. Ikterus ist ein Symptom diverser Lebererkrankungen

Immunsuppressiva: Medikamente, die die normale Funktion des Immunsystems unterdrücken. Die Mittel werden eingesetzt, um beispielsweise nach einer Lebertransplantation die vom Immunsystem angeregte Abstoßung des neuen Organs durch den Körper zu verhindern. Ebenso werden sie bei der Autoimmunhepatitis eingesetzt.

INR: internationaler Messwert zur Angabe der Blutgerinnungszeit. Ein erhöhter INR-Wert kann durch schwere Lebererkrankungen bedingt sein.

Interferon: die Interferone werden vom Organismus als körpereigenes Gewebshormon gebildet. Gentechnisch hergestellte Interferone werden wegen ihrer Wirkung gegen Viren und Tumore als Medikamente genutzt. So wird Alpha-Interferon zur Therapie der chronischen Hepatitis B sowie der akuten und chronischen Hepatitis C-Virusinfektion eingesetzt.

Kernspintomografie: siehe MRT

Krampfadern der Speiseröhre: diese Ösophagusvarizen treten im Endstadium einer Leberzirrhose auf. Die Adern können platzen, es drohen dann lebensgefährliche Blutungen

Kreatinin: ein Stoffwechselprodukt des Körpers, das über den Urin ausgeschieden wird. Kreatinin ist ein wichtiger Parameter in der Labormedizin, u. a. für die Abschätzung der Nierenfunktion

„Künstliche Leber“: Im Gegensatz zur künstlichen Niere kann die Funktion der Leber nur schwer durch Maschinen ersetzt werden. Spezielle Dialysemaschinen können die Entgiftungsfunktion der Leber übernehmen, doch noch gibt es kein Verfahren, um die Produktionsaktivitäten der Leber für den Körper zu ersetzen.

Laparoskopie: Bauchspiegelung, bei der mittels Endoskop Organe wie Leber und Gallenblase zu beobachten sind.

Leber: Die Leber ist mit bis zu 1,5 Kilogramm das schwerste Organ und die größte Drüse des Körpers. Sie besteht aus dem rechten Leberlappen unter dem Zwerchfell und dem kleineren linken Leberlappen, der bis in den Oberbauch reicht.

Leberbiopsie: Entnahme einer Gewebeprobe aus der Leber.

Lebertumoren:
Es gibt verschiedene Tumoren. Der Leberzellkrebs und das Gallengangskarzinom entstehen im jeweiligen Organ. Außerdem können sich in der Leber auch bösartige Metastasen von anderen Organen ansiedeln, die vom Krebs befallen sind.

Leberwerte: gängige Bezeichnung für verschiedene Blutwerte, die Hinweise auf eine Lebererkrankung geben. Der aussagekräftigste Leberwert ist die Glutamat-Pyruvat-Transaminase GPT. Ist der GPT-Wert erhöht, weist dies auf eine Leberzellschädigung hin.

Leberzirrhose: s. Zirrhose

Morbus Meulengracht: Gelbfärbung der Augen infolge einer leichten Bilirubinerhöhung. Der harmlose Enzymeffekt ist ohne gesundheitliche Auswirkungen.

Morbus Wilson: Genetisch bedingte Störung des Kupferstoffwechsels in der Leber

MRT: Magnet-Resonanz-Tomografie, Verfahren zur Herstellung von Schichtbildern des Körpers mit Hilfe eines starken Magnetfeldes

NASH: Non-Alcoholic Steatohepatitis, eine Leberentzündung durch eine nicht alkoholbedingte Fettleber

Ösophagusvarizen: s. Krampfadern der Speiseröhre

Palmarerythem: Rötung der Handinnenflächen und Fingerspitzen – ein Anzeichen für eine Lebererkrankung

PBC: Primär biliäre Zirrhose – eine chronische Entzündung der Gallenwege

Pfortader: eine Vene, die das Blut in Organen wie Magen, Darm oder Milz sammelt und der Leber zuführt.

Pruritus: Juckreiz, zum Beispiel aufgrund von vermehrter Gallensäureablagerung in der Haut

PSC: Primär sklerosierende Cholangitis – eine Autoimmunerkrankung der Leber. Sie entzündet sich, was bis hin zu einer Zirrhose führen kann.

Quick-Wert: Ein Blutgerinnungswert – wenn der Quick-Wert erniedrigt ist, kann dies ein Hinweis auf eine Lebererkrankung sein.

Rote Blutkörperschen: auch Erythrozyten genannt. Sie sind die häufigsten Zellen im Blut und transportieren den Sauerstoff im Blutgefäßsystem.

SBP: Die spontan bakterielle Peritonitis ist eine Entzündung des Bauchwassers und hochgefährlich.

Sonografie: Untersuchung mittels Ultraschall.

Spider naevi: „Gefäßstern“ der Haut mit einer zentralen kleinen Arterie und sternförmig angeordneten Venen – ein Anzeichen für eine Lebererkrankung

Spurenelemente: Mineralstoffe wie z.B. Jod, Kupfer, Eisen oder Zink, die im Körper in sehr geringen Mengen vorkommen.

TIPSS: Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Stent-Shunt, d. h. ein minimalinvasiver Eingriff zur Verbindung von Pfortader und Lebervene durch die Leber hindurch

Transplantation: Ersatz eines funktionsunfähigen menschlichen Organs durch ein Spenderorgan. Erste Versuche, eine menschliche Leber zu verpflanzen, fanden etwa gleichzeitig mit der ersten Herzverpflanzung statt. Heute ist die Lebertransplantation fast schon klinische Routine. Kommt es zu einem akuten Leberversagen, muss unverzüglich transplantiert werden, da der Patient sonst wegen der fehlenden Entgiftungsfunktion innerhalb kurzer Zeit ins Leberausfallkoma fällt und stirbt.

Viren: Parasiten, die sich in die Zellen von Lebewesen einnisten. Viren sind keine eigenständigen Lebewesen und auf den Stoffwechsel der Wirtszelle angewiesen. Die Bekämpfung von Viren ist sehr schwierig, da sie nicht wie Bakterien abgetötet werden können. Die Medizin setzt auf antivirale Medikamente, die die virale Infektion und die Virusvermehrung behindern.

Virostatikum: Medikament, das die Virusvermehrung hemmt

Virushepatitis: Lebererkrankung, die auf Viren zurückgeht – in Form von Hepatitis A, B, C, D und E.

Vitamine: Komplexe organische Moleküle, die der Organismus für eine Reihe lebenswichtiger Funktionen benötigt. Bis auf eine Ausnahme kann der Körper Vitamine nicht herstellen, sondern entnimmt sie der Nahrung. Die Leber nimmt Vitamine auf und speichert sie – die Vitamine A, D, E und K sowie Folsäure und Vitamin B12.

Zirrhose: Sammelbegriff für die krankhafte Bindegewebsvermehrung infolge einer chronischen Entzündung. Die Zirrhose führt zur Verhärtung und narbigen Schrumpfung eines Organs und zum Untergang von Funktionsgewebe. Die Zirrhose kann in Lunge, Magen, Bauchspeicheldrüse, Brust oder Niere auftreten, hauptsächlich jedoch in der Leber.

Quelle: Deutsche Leberstiftung



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