Toxine durch Arzneimittel

Toxine durch Arzneimittel

Toxische Erkrankungen durch Arzneimittel

Die wichtigste Aufgabe der Leber ist die Entgiftung des Blutes von toxischen Substanzen. Würde man das gesamte Blut, das aus dem Darm über die Pfortader der Leber zugeführt wird, an der Leber vorbei direkt in den großen Körperkreislauf leiten, würde der Mensch an schwerer Selbstvergiftung zugrunde gehen.

Toxische Leberschäden durch Arzneimittel sind im Allgemeinen sehr selten, sofern die empfohlene Dosierung und Therapiedauer eingehalten wird.

Ursache

Mit der Nahrung nehmen wir nicht nur wertvolle und lebensnotwendige Bestandteile auf, sondern auch erhebliche Schadstoffmengen wie z.B. Konservierungsmittel, Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel.
Alkohol und Medikamente belasten unsere Leber zusätzlich. All diese Stoffe werden in der normal funktionierenden, gesunden Leber entgiftet und ausgeschieden und gelangen über die Galle in den Darm, wo sie mit dem Stuhl den Organismus verlassen, oder über den Harn aus dem Körper gebracht.
Nimmt die Aufnahme der in den Körper eingebrachten Giftstoffe überhand, so wird durch die Überlastung nicht nur unmittelbar die Leber geschädigt, auch die Stoffwechselentgiftung wird erheblich beeinträchtigt.
Durch die zunehmende Stoffwechselverschlackung wird die Grundlage für eine beginnende, langwierige, chronische Erkrankung gelegt.

Medikamente heilen, verringern Symptome oder lindern Schmerzen, jedoch um den Preis zahlreicher Nebenwirkungen. Die Einnahme von Arzneimitteln bedeutet eine erhöhte Arbeitsanforderung an die bereits durch Ernährungsfehler und Umweltgifte überlastete Leber. Jedes Organ im menschlichen Körper hat aber Leistungsgrenzen, werden sie überschritten, kommt es zu Funktionsausfällen. Nahezu alle Arzneimittel können zu einer toxischen Lebererkrankung führen, darauf weisen üblicherweise der behandelnde Arzt und der Beipackzettel hin. Risikofaktoren für eine arzneimittelbedingte Leberschädigung umfassen höhere Dosierungen, lange Therapiedauer, Kombination mit anderen Medikamenten, Übergewicht, höheres Alter und weibliches Geschlecht. Allerdings kann es auch dosisunabhängig zu Leberschäden kommen.

Verlauf

An eine toxische Lebererkrankung durch Arzneimittel ist dann zu denken, wenn folgende, auch uncharakteristische, Symptome während einer medikamentösen Therapie bzw. Medikamenteneinnahme auftreten:

Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen, Fieber, Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen, Juckreiz, Hautrötung, Gelbsucht, Stuhlentfärbung sowie eine Dunkelfärbung des Urins.

Eine Lebererkrankung aufgrund von Arzneimitteln kann wie eine Hepatitis oder wie eine Gallestauung ablaufen.
Wer aufgrund seiner Beschwerden oder erhöhter Leberwerte eine Lebererkrankung bei sich befürchtet, sollte dringend einen Facharzt für Hepatologie oder Gastroenterologie aufsuchen.
Denkt man an eine Leberschädigung durch Medikamente, müssen dem Arzt alle Arzneimittel und ihre Dosierung einschließlich aller Tees, homöopathischen und alternativen Medikamente aufgezählt werden. Auch so genannte "Nahrungszusatzstoffe" sollten erwähnt werden.
Nach dem Absetzen des angeschuldigten Medikamentes muss der Arzt den weiteren Verlauf der Erkrankung beobachten. Problematisch ist das Auftreten eines akuten Leberversagens, außerdem die Entwicklung von chronischen Lebererkrankungen und Lebertumoren. Die Prognose ist dann abhängig von der jeweiligen Art der Lebererkrankung.

Mögliche Folgen und Komplikationen

Bei schweren, lebensbedrohlichen Lebererkrankungen durch Arzneimittel kann eine Lebertransplantation notwendig werden. Schwere Verläufe treten vor allem dann auf, wenn das verantwortliche Medikament trotz bereits bestehender Symptome einer Lebererkrankung weiter eingenommen wird.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch Erhebung der Vorgeschichte, Labordiagnostik mittels Blutprobe, körperliche Untersuchungsbefunde, Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls einer Computertomographie. In seltenen Fällen ist eine Gewebeentnahme aus der Leber mittels Punktion notwendig.
Der Arzt muss eine arzneimittelunabhängige Lebererkrankung ausschließen und den weiteren Verlauf der Erkrankung beobachten.
Behandlung

Wesentlich ist das sofortige Absetzen des Medikaments.
Dies führt meist zu einer raschen Besserung der Symptomatik und der krankhaften Leberwerte. Allerdings gibt es auch chronische Formen oder autoimmune Verläufe, die dann dennoch weiter bestehen.
Wenn die Therapie zu spät eingeleitet wird, besteht die Gefahr eines Leberversagens oder einer Leberzirrhose. Auch ein akutes Leberversagen ist möglich. In diesem Fall ist eine Lebertransplantation die Therapie der Wahl.

Vorbeugung und was Sie selber tun können, wenn Sie eine toxische Lebererkrankung durch Arzneimittel hatten:

Die arzneimittelbedingte Leberschädigung ist unvorhersehbar und beruht auf einer besonderen Empfänglichkeit bei einzelnen Patienten.
Sofern eine toxische Lebererkrankung durch ein bestimmtes Arzneimittel ausgelöst worden ist, darf dieses Medikament nie wieder eingenommen werden (Achtung Generika!). Erfahrungsgemäß sind bei erneuter Einnahme die Leberschäden stärker ausgeprägt und risikoreicher.

Quellen: Teschke, R.: Toxische Lebererkrankungen: Alkohol, Arzneimittel, Gewerbe- und Naturtoxine. Thieme, Stuttgart 2001



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