Leberreinigung

Die Wahrheit über die "Leberreinigung"

Viele Methoden einer schonenden Leberreinigung werden im Internet als "alternative Verfahren zur Abführung oder Ausspülung von Gallensteinen" angeboten. Zunächst soll gefastet und dann soll eine Mischung aus Olivenöl mit Zitronen- oder Grapefruitsaft mit Bittersalz zu sich genommen werden. Dazu sollen sich die Anwender entweder auf die linke oder rechte Seite legen.

Am nächsten Morgen dann ein vermeintliches Erfolgserlebnis: im Stuhl finden sich kleine, harte, grünliche oder gelbliche Klumpen.

Leider sind dies keine echten Gallensteine. Wiederholt wurden hier zur Abklärung umfangreiche Laboruntersuchungen vorgenommen. Ergebnis: was man oben bei der Leberreinigung einnimmt, kommt unten wieder raus.

Die "sogenannten" Steine entstehen im Darm und sind ein Verdauungsprodukt aus Olivenöl, Bittersalz und Zitrussaft. Durch die ungewohnte Mischung und Verdauungsvorgänge verfärbt sich der Kot (z.B. grünlich), verseift und wird klumpig. Diese Verdauungsprodukte bezeichnet man als "Fettsteine" oder "Seifensteine", werden aber von den Anwendern fälschlicherweise mit Gallensteinen verwechselt.

Selbst Ärzte von der Uniklinik Gießen testeten die Leberreinigung im Selbstversuch: Zunächst wurde sich vergewissert per Ultraschall, keine Gallensteine zu haben. Dann probierten Sie die "Reinigungsdiät" aus. Prompt schieden auch sie die grünen Fettseine aus.

Ein weiterer Selbstversuch wurde Ende 2010 im Schweizer Fernsehen SF gezeigt. Auch hier wurden Fettsteine ausgeschieden.

Trotz allem hält sich der "Mythos Leberreinigung" gerade in Internetforen hartnäckig.
Auch wenn die Anwender ihre Methode hartnäckig verteidigen, die eindeutigen Laboruntersuchungen zeigen einwandfrei, dass diese Methode mit der Abfuhr von Gallensteinen nichts zu tun hat.



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